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Ein grandioser Auftakt des Bürgerbegehrens

Ein grandioser Auftakt des Bürgerbegehrens gegen die geplanten Windkraftanlagen in Gauting am 24. April 2024 im Bosco!

(ab) Der Saal des Kulturhauses Bosco in Gauting war schon vor Veranstaltungsbeginn völlig überlaufen. Alle Sitzplätze waren besetzt, die Menschen standen in den Gängen, und ca. 40 saßen draußen in der Cafeteria und lauschten später geduldig den drei Vorträgen, die nach draußen übertragen wurden, aber natürlich ohne Bilder. Manche kamen nur kurz hochgestürmt, um das Bürgerbegehren zu unterschreiben, ohne Zeit für die Vorträge zu haben. Viele später Kommende (z.B. nach langer Parkplatzsuche) standen aber leider vor verschlossenen Türen, weil wegen Überfüllung keine Besucher mehr hineindurften.

Dieser Andrang übertraf die kühnsten Erwartungen der Veranstalter, die Bürgerinitiativen Umwelt-Energie-Gauting und Gegenwind Würmtal. Sie hatten alle Haushalte mit Flyern versorgt, in ganz Gauting und Krailling Plakate aufgehängt, und auch in Anzeigen dafür geworben, mit offensichtlich großem Erfolg.

War es der überaus populäre Referent, Professor Dr. Vahrenholt, oder waren es die Sorgen um die heimischen Wälder und Landschaften, die die Menschen in Scharen ins Bosco zogen? Es war wohl beides. Die Moderatorin des Abends, Anette Bäuerle, konnte zahlreiche Vertreter anderer Bürgerinitiativen begrüßen, die aus den Nachbargemeinden wie Gilching, aber auch aus Dießen oder dem Ebersberger Forst gekommen waren. Drei Organisationen waren sogar extra vom Bodensee angereist, um Professor Vahrenholt zu hören, aber auch sachliche Argumente generell gegen Windkraftanlagen in den süddeutschen Schwachwindgebieten aufzunehmen.

Als prominente Gäste konnte die Moderatorin den Staatsminister a.D. Martin Zeil und den langjährigen Kritiker einer planlosen Energiewende Professor Hans-Werner Sinn begrüßen – beides Gautinger Mitbürger, bei deren Namensnennung das Publikum begeistert klatschte. 

Von den Gemeinderatsmitgliedern waren leider nur sehr wenige der speziell auch an sie gerichteten Einladung gefolgt. Nachdem im Gemeinderat bislang nur die Befürworter einer radikalen Energiewende und die Profiteure des Windkraftausbaus angehört worden waren, sollte ihnen hier die Gelegenheit gegeben werden, sich auch mal sachlich kompetente Gegenargumente anzuhören.

Die ersten beiden Vorträge des Abends hielten zwei Mitglieder der Bürgerinitiative. Dr. Hieronymus Fischer informierte über die Technik von Windkraftanlagen und ihren geringen Energieertrag und damit ihre Ineffizienz in den süddeutschen Schwachwindgebieten. Nur hohe staatliche Subventionen, die wir alle bezahlen, machen den Betrieb für Investoren überhaupt erst interessant.

Diplom Ingenieur Bernhard Fliedner informierte anschließend über den Stand der Planungen von bislang 20 Windrädern in und um Gauting. Speziell ging er dabei auf die von der Gemeinde Gauting unterstützten 10 Anlagen auf Gemeindegebiet ein, die in Flächen liegen, die der Regionale Planungsverband bislang aus naturschutzrechtlichen und anderen Gründen explizit von seinen laufenden Planungen ausgeschlossen hat. Die Gemeinde Gauting möchte diese Planungen offenbar durch eiliges Durchziehen ihres Projektes unterlaufen.

Er warf der Gemeinde auch vor, ihre Bürger in diese für das Lebensgefühl und die Zukunft der Natur und Heimat absolut wichtigen Planungen bewusst nicht einzubeziehen. Sie hat wesentliche Beschlüsse in nicht-öffentlichen Sitzungen gefasst, begründet mit dem Recht des Profiteurs, des Planungsbüros Sing, auf Geheimhaltung der ihn betreffenden Verträge. Gleichzeitig verhöhnt sie damit das Recht aller Bürger auf Offenlegung der für sie noch viel wichtigeren Verträge, denn sie müssen später damit leben, nicht der Herr Sing. Während jeder noch so kleine Bauantrag in öffentlicher Sitzung beraten wird, ohne Rücksicht auf die Belange des Antragstellers, werden hier riesige Bauvorhaben, die alle Bürger betreffen, an der Öffentlichkeit vorbei auf den Weg gebracht.

Die Bürgerinitiative hat gegen diese nicht-öffentliche Beschlussfassung bereits vor 4 Monaten eine Rechtsaufsichtsbeschwerde beim Landratsamt eingelegt, bislang ohne Bescheid. Sie hat die Gemeinde aufgefordert, über diese für die Zukunft der Gemeinde elementaren Landschaftsbeeinträchtigungen alle Bürger in einem Ratsbegehren zu befragen, was die Gemeinde umgehend abgelehnt hat.

Daraufhin startete die Bürgerinitiative an diesem Abend ein Bürgerbegehren, um die Bürger an der Entscheidungsfindung zu beteiligen. Bis 15. Mai müssen ca. 2000 Bürger das Bürgerbegehren unterschrieben haben, jede einzelne Stimme ist wichtig.

Der Höhepunkt des Abends war dann der Vortrag des ehemaligen SPD Umweltsenators von Hamburg, des Chemikers Professor Dr. Fritz Vahrenholt, der nach seiner politischen Karriere seine Berufslaufbahn ebenfalls sehr erfolgreich in der Privatwirtschaft fortgesetzt hat, und zwar fast ausschließlich in Unternehmen der Solar- und Windenergiebranche. So hat er die erste Fabrik für Solaranlagen in Deutschland bauen lassen, und auch die erste deutsche offshore Windkraftanlage trägt seinen Namen, Fritz.

Professor Dr. Vahrenholt wusste also genau, wovon er sprach, als er in seinem Vortrag die deutsche Energiewende kritisch auf den Prüfstand stellte und fragte, ob sie sicher, umweltfreundlich und bezahlbar sei. Wie zu befürchten, musste er alle drei Aspekte einer sinnvollen Energiepolitik verneinen. Vehement sprach er sich gegen den Ausbau der Windenergie im windschwachen Süden Deutschlands aus, der völlig unwirtschaftlich sei und sich nur durch hohe Subventionen lohne. Geradezu vehement lehnte er jeden Bau dieser riesigen Industrieanlagen in Wäldern oder anderen geschützten Bereichen der Natur ab.

Alle drei Vorträge sind auf der Homepage der Bürgerinitiative nachzulesen (s. Hochkarätige Veranstaltung)

Nachdem sie 2 1/2Stundenkonzentriert zugehört hatten, wurden die von dem Gehörten noch ganz euphorisierten Zuhörer in eine verdiente Pause entlassen, die sie sehr zahlreich für Gespräche und das Unterschreiben des Bürgerbegehrens nutzten. Die meisten von ihnen sind anschließend zufrieden heimgegangen, nachdem sie alles gehört hatten, was für sie wichtig war.

Die sich nach der Pause anschließende Diskussion nutzten vor allem die Befürworter des Ausbaus der Windkraftanlegen, die mit prominenten Beteiligten vertreten waren Darunter war auch der Verantwortliche des Baus der Windkraftanlagen in Berg, der Projektierer Sing, der jetzt auch den Bau der Gautinger Windkraftanlagen federführend vorantreibt.

Dabei wird er vom Gautinger Gemeinderat unterstützt, für den stellvertretend Andreas Albath das Wort ergriff, nachdem die ebenfalls eingeladene Bürgermeisterin nicht erschienen war. Albath warb um die finanzielle Beteiligung der Bürger an diesem Projekt, das so oder so nicht zu verhindern sei. Dem widersprachen die Vertreter der Bürgerinitiative. Mit ihrem Bürgerbegehren und anschließenden Bürgerentscheid wollen sie genau dies verhindern, und zwar egal durch welchen Investor. Falsch bleibt falsch, egal wer es macht.

In der insgesamt 45-minütigen Diskussion kamen die Befürworter dieses Projektes sehr ausführlich zu Wort, ganz anders als umgekehrt die Gegner bei der Vorstellung dieses Projektes durch die Gemeinde und den Projektierer Sing im November letzten Jahres, in dem nur kurze Fragen gestellt werden durften. An diesem Abend konnten die Befürworter das anwesende Publikum allerdings mit ihren Argumenten nicht überzeugen.

Die Argumente der Vortragenden gegen die Windkraftanlagen im windschwachen Bayern und Gauting klangen noch nach, und nach dem Gehörten war fast allen Zuhörern klar, dass es ein wirtschaftlicher und ökologischer Irrsinn ist, in die Wälder Süddeutschlands diese Industrieanlagen zu bauen.

Die Moderatorin hatte ihr Engagement an diesem Abend dem Andenken an Enoch zu Guttenberg gewidmet, einem echten Umwelt- und Naturschützer, der 1975 den BUND (Bund für Umwelt- und Naturschutz in Deutschland) mitgegründet hatte, diesen dann 2012 unter Protest verließ, weil dieser den landschaftszerstörerischen Ausbau der Windkraftanlagen unterstützt, und dem Guttenberg deshalb Käuflichkeit vorwarf. 2015 war er dann Mitgründer des VLAB (Verein für Landschaftspflege, Artenschutz und Biodiversität), in dem auch die Bürgerinitiative Mitglieder hat.

Seine Aussage unterstreicht, wofür das Bürgerbegehren durchgeführt wird:

„Verblendet und zynisch scheinen mittlerweile ausgerechnet jene, die uns vor der Klimakatastrophe…. retten wollen, und die uns stattdessen unsere letzten menschlichen, natürlichen, nicht urbanisierten Lebensräume in monströse Industriegebiete verwandeln.“

Bitte unterstützen Sie uns und unterschreiben Sie zahlreich das Bürgerbegehren. Näheres finden Sie auf unserer Homepage umwelt-energie-gauting.de. Herzlichen Dank!

Informationen zum Bürgerbegehren

Orte und Zeiten
an denen Sie unser Bürgerbegehren abholen, unterschreiben oder abgeben können:

In den folgenden Geschäften:

sowie an unserem:

Alternativ können Sie das Unterschriftsblatt an eine der folgenden Adressen schicken oder dort einwerfen:

  • Bernhard Fliedner, Weilerstraße 7b, 82131 Gauting-Königswiesen          
  • Beatrice Giehr, Zugspitzstraße 56, 82131 Gauting
  • Anette Bäuerle, Waldpromenade 18c, 82131 Gauting
  • Hotel Alpenhof, Unterbrunner Straße 9, 82131 Gauting

Wir sichern Ihnen zu, dass Ihre persönlichen Daten ausschließlich für die Zwecke des Bürgerbegehrens verwendet und nicht in elektronischer Form gespeichert werden.

WICHTIG: Bitte die Unterschriftsblätter NICHT bei der Gemeinde abgeben oder dort einwerfen.

An dieser Stelle finden Sie laufend aktualisierte Informationen zum Bürgerbegehren. Eventuell zusätzlich angebotene Orte und Termine für die Leistung der Unterschrift werden hier ebenfalls aufgelistet.

Unabhängig davon können Sie jederzeit nach Start der Unterschriftensammlung das Bürgerbegehrens auch quasi online unterschreiben. Dazu müssen Sie lediglich auf den untenstehenden Button klicken, das Unterschriftenblatt downloaden, per Hand ausfüllen, unterschreiben und per Post an eine der auf dem Unterschriftsblatt angegebenen Adressen schicken. Weitere Informationen erhalten Sie nach Auswahl des Buttons.


Wir bitten um Ihre Unterstützung. Jede Stimme zählt! Wir brauchen 2000 Unterschriften.

Helfen Sie mit, unsere einzigartige Kultur- und Erholungs­landschaft, unsere Wälder, unsere Gesundheit zu schützen.

Die Errichtung von riesigen, 255 m hohen Windrädern in einem ausgewiesenen Schwachwindgebiet wie dem Würmtal ist eine umwelt- und energiepolitische Fehlentscheidung, noch dazu verbunden mit einem massiven Eingriff in die Natur. Dabei ist die von Kommunalpolitikern propagierte Versorgungssicherheit und in Aussicht gestellte Autarkie reine Utopie und aufgrund der fehlenden Speicher weder technisch machbar noch überhaupt bezahlbar.

Einladung – Bosco 24. April

20 Windräder
bei Krailling, Gauting – Königswiesen, Buchendorf, Ober- / Unterbrunn, Neuried

Energiewende auf dem Prüfstand
Ist sie sicher, umweltfreundlich und bezahlbar?

Wann und wo?

Am 24. April, 19:30 Uhr, im Bosco, Gauting (s. hier)


Einladungsflyer 24. April

In unserem wunderschönen, aber windschwachen Oberbayern sollen große Waldflächen für riesige Windindustrieanlagen abgeholzt werden. Unsere einzigartige Kultur- und Erholungs­landschaft wird in ein weithin sichtbares Windindustriegebiet transformiert.

Auch die Gemeinde Gauting ist auf diesem umwelt- und energiepolitischen Irrweg und plant massive Eingriffe in die Umwelt. So will Gauting 10 dieser 255 Meter hohen Riesenanlagen in den Wäldern vor unserer Haustür errichten. Zusätzlich sind 10 weitere Windräder von Nachbargemeinden geplant, ebenfalls in den Wäldern, unseren grünen Lungen. Danach würde Gauting von Windrädern umzingelt sein.

Lassen Sie das nicht zu!

Beschützen Sie unsere Wälder, unsere Gesundheit und unsere Heimat!

Als Bürgerinitiative Umwelt-Energie-Gauting starten wir in Kürze in unserer Gemeinde Gauting ein Bürgerbegehren. Dafür brauchen wir 2000 Unterschriften.

Jede Stimme zählt! Tragen Sie sich in die Unterschriftenlisten ein, die am 24. April im Bosco, am 28. April beim Marktsonntag und danach an drei Ständen im Mai ausliegen werden (siehe Rückseite).

Auf unserer Webseite www.umwelt-energie-gauting.de werden Informationen dazu laufend aktualisiert. Dort finden Sie auch Karten mit den geplanten Standorten. – Zusätzlich unterstützen wir auch die Bürger der anderen Gemeinden beim Schutz ihrer Heimat, weil dies uns alle betrifft. Gemeinsam sind wir stark!

Der 24. April ist zugleich der Startpunkt für unser Bürgerbegehren. Näheres dazu s. hier.



Der zusätzliche Informationsflyer mit den Eckpunkten zur Planung und zu den Standorten der vorgesehenen Windräder ist ebenfalls als Download verfügbar.

Weitere Informationen s. Menüpunkte Windkraft im Würtmtal und Planung.

Informations-Flyer

Eine Kurzinformation zu den Windkraft-Planungen der Gemeinde Gauting und den Nachbargemeinden zur Errichtung von Windindustrieanlagen im Würmtal finden Sie in unserem Flyer.

Sie können den Flyer am Bildschirm vergrößert anzeigen (s. u.) oder auch als PDF-Dokument herunterladen und ausdrucken:

Flyer zur Direktansicht (auf das Bild klicken):

Infoflyer Seite 1

Flyer Seite 1

Infoflyer Seite 2

Flyer Seite 2

Moderne WKA im Größenvergleich

(fih) Moderne Groß-Windkraftanlagen (WKA) mit einer Nennleistung von 5,5 – 6 Megawatt haben eine Nabenhöhe von etwa 150 – 170 m und einen Rotordurchmesser von 140 – 175 m. Insbesondere in Schwachwindgebieten – wie z.B. generell im Süden Deutsdchlands und insbesondere im Würmtal – baut man die Windräder besonders hoch und mit großen Rotoren, weil sonst die gewünschten Erträge nicht erreicht werden können.

Wie groß die Anlagen tatsächlich ausfallen, kann man der folgenden Grafik entnehmen:

Olympia Windrad Frauendom Skizze V11
Größenvergleich der geplanten Windräder im Würmtal (Schematische Darstellung)

Stellungnahme der Bürgerinitiativen Umwelt-Energie-Gauting und Gegenwind Würmtal

Zur Veranstaltung der Gemeinde Gauting zur Bürgerwindenergie in Gauting am 8.11.2023 im Bosco

1. Wir haben in zwei Schreiben an die Gemeinde Gauting nach dem Stand der Planungen zur Windenergie gefragt. Wir haben darauf keine konkreten Antworten bekommen und wurden auf einen künftigen Informationsabend verwiesen, das ist wohl der heutige Abend. Wie alle Bürger hören wir diese Informationen heute zum ersten Mal. Wir konnten sie deshalb noch nicht auf ihre Richtigkeit und Sinnhaftigkeit überprüfen. Das werden wir in einer späteren Stellungnahme nachholen.

2. Unser Aufklärungsflyer zu den 400 Windkraftanlagen mit über 250 Metern Höhe, die rund um München geplant sind, zeigt deshalb auch nur die von unseren Nachbargemeinden bereits bekannten Planungen, nämlich die vier Anlagen der Gemeinde Krailling im Landschafts- schutzgebiet Kreuzlinger Forst, und die 6 Anlagen, die die Gemeinde Neuried in einem Gemeindeverbund im Landschaftsschutzgebiet Forstenrieder Park plant. Diese Planungen sind schon weit fortgeschritten. Sobald wir die geplanten Standorte der Windindustrieanlagen in Gauting kennen, werden wir auch diese in einem überarbeiteten Flyer zeigen.

3. Die allgemeinen Probleme der hoch wetterabhängigen und deshalb sehr unzuverlässigen erneuerbaren Energien sind bekannt. Der forcierte Ausbau der Windkraftanlagen und der Photovoltaik gefährdet ohne entsprechende Speicherkapazitäten, ohne den notwendigen Umbau der Netze und ohne parallele Kraftwerkskapazitäten die Sicherstellung der Stromversorgung in Zeiten von Dunkelheit und Flaute. Diese Energiepolitik ist hochgradig unverantwortlich.

Renommierte Ökonomen wie unser Gautinger Mitbürger Professor Hans-Werner Sinn und Ingenieure wie Dr. Ahlborn von Vernunftkraft Deutschland rechnen seit Jahren vor, dass das alles gar nicht funktionieren kann (siehe die beiden unseren Materialien beigefügten Anlagen, einmal ein Ausschnitt aus einem Interview von Hans-Werner Sinn mit Focus Money am 7.9.2022, zum anderen eine kurze Pressemitteilung zum Vortrag von Dr. Ahlborn am 24.10.2023 hier im Bosco).

4. In der Vergangenheit durften bereits die ideologischen Befürworter dieser Energiewende im Gautinger Gemeinderat ihre Vorstellungen einer absolut utopischen Energieautarkie im Landkreis Starnberg vortragen, ebenso die finanziellen Nutznießer über den Bau der Windkraftanlagen informieren, sprich werben. Wir fordern deshalb vom Gemeinderat, auch uns kritischen Bürgern die Gelegenheit zur Darstellung unserer Argumente zu geben.

5. Wir planen weitere Diskussionen zwischen Befürwortern und Gegnern dieser Energiewende. Ein wichtiges Thema werden die Wirtschaftlichkeit und Modelle der Bürgerbeteiligung sein, ein anderes die Sicherheit unserer Energieversorgung, aber auch Folgen für Flora, Fauna und die Gesundheit des Menschen. Sehr wichtig auch die Frage: welche Kraftwerke liefern zuverlässig Strom und Wärme, welche Kraftstoffe der Zukunft sind wann technologisch ausgereift und wirtschaftlich einsetzbar. Dabei geht es dann um Wasserstoff, die Speicherfrage, und neue Generationen von Kernkraftwerken, die inhärent sicherer sind oder sogar alten strahlenden Abfall sinnvoll wieder verwenden können, und natürlich die Kernfusion, die Sonne auf Erden. Zu diesen Veranstaltungen werden wir auch immer die Gemeinderäte und die Bürgermeisterin einladen.

6. Wir haben ein paar Informationen zusammengestellt, die für die Beurteilung dieser Windindustrieanlagen von Bedeutung sind. Auch unser Flyer mit den bestehenden Planungen unserer Nachbargemeinden ist dabei, von denen vor allem Buchendorf betroffen sein wird, aber auch die Gautinger Kolonie. Wir verteilen diese Unterlagen nach der Veranstaltung an alle Interessierten. Dort finden Sie auch die Email-Adresse, unter der Sie uns erreichen können: info@Umwelt-Energie-Gauting.de. Wir sind dabei, eine eigene Webseite aufzubauen, über die Sie dann einfacher mit uns kommunizieren können, und auf der wir Hintergrundinformationen und aktuelle Entwicklungen einstellen werden.

6. Nur der engagierte Widerstand Gautinger Bürger hat vor einigen Jahren verhindert, dass jetzt eine mehrspurige Autobahn nur wenige 100 Meter vom Bosco entfernt durch das Grubmühlerfeld rauscht, unserem wichtigen Naherholungsgebiet. Man muss sich nicht alle Planungen ortsfremder und erst recht nicht wirklichkeitsfremder Planer gefallen lassen.

Sie können sich darauf verlassen, dass wir alles tun werden, um diese volkswirtschaftlich unsinnige und ökologisch desaströse Verschandelung unserer Heimat zu verhindern.

Dabei brauchen wir aber auch Ihre Unterstützung. Informieren Sie sich, machen Sie sich ein eigenes Bild, und verbreiten Sie das dann im Freundes- und Familienkreis. Unterstützen Sie uns bei Unterschriftenaktionen, eventuellem Bürgerbegehren, oder auch direkt durch Mitarbeit in unserer Bürgerinitiative. Wir wissen noch nicht alles, wir erarbeiten noch einige Themenbereiche, und da freuen wir uns über sachkundige Unterstützung. Aber so viel wissen wir bereits jetzt: diese forcierte Energiewende ist technologisch (noch) nicht machbar, nur zu horrende hohen Kosten umsetzbar und ist Gift für unsere lokales Klima und unsere Heimat. Wir werden unsere Wälder und unsere Natur vor diesen gigantischen Windindustrieanlagen beschützen. Seien Sie dabei an unserer Seite!

Gauting, den 8. November 2023

Für Umwelt-Energie Gauting

Bernhard Fliedner, Friedrich Huber, Anette Bäuerle, Beatrice Giehr

Presseinformation zur Veranstaltung „Klimaschutz, Umweltschutz und die Energiewende“

Am Dienstag, 24. Oktober 2023, fand im Gautinger Bürger- und Kulturhaus BOSCO eine gut besuchte Veranstaltung zur Thematik „Energiewende versus Naturschutz“ statt. Eingeladen hatten die
Bürgerinitiativen „Umwelt – Energie – Gauting“ und „Gegenwind Würmtal“.

Die fortschreitenden Planungen zum Bau von riesigen Windindustrieanlagen in den Gauting umgebenden Wäldern gaben
den Anlass dazu.

Im ersten Teil der Veranstaltung stellten sich einige der Bürgerinnen und Bürger aus den Initiativen vor und erläuterten ihre Beweggründe, sich gegen diese Planungen zu engagieren. Anschließend wurden die bereits 2012 verabschiedeten Vorrangflächen im Landkreis Starnberg mit ihrer Konzentration rings um Gauting aufgezeigt, das damals über 16 Prozent seiner Gemeindeflächen für den Bau von Windrädern ausgewiesen hat. Die Gemeinden im Landkreis, die bereits mehr oder weniger konkrete Bebauungspläne vorantreiben, wurden angesprochen. Angesichts des möglichen massiven Eingriffs in seine Umwelt, sollte sich jeder Bürger und jede Bürgerin ein auf zahlreichen Informationen beruhendes, eigenes Urteil bilden, welches idealerweise in Form eines Rats- oder Bürgerbegehrens eingeholt werden sollte. Die wesentlichen Aspekte zu einer informierten Entscheidungsfindung wurden vorgestellt und sollen in Folgeveranstaltungen vertieft werden.

Kernstück des informativen Abends war der Vortrag von Dr.-Ing. Detlef Ahlborn, zweiter Vorsitzender der Bundesinitiative Vernunftkraft, zur Energiewende mit Fokus auf dem Beitrag von Windkraftanlagen. Herr Dr. Ahlborn ist mit zahlreichen wissenschaftlichen Veröffentlichungen zur Energiewende ein anerkannter Experte auf dem Gebiet der Speicherung und Versorgungssicherheit. Kernaussage seines Vortrages war, dass die Energiewende mit dem Konzept einer weitgehenden Energieversorgung Deutschlands mit Strom aus Windrädern und Photovoltaik „an den Gesetzen der Ökonomie, der mathematischen Statistik und der Physik gescheitert ist“.

Hier der Link auf den Inhalt seines Vortrags.

Das heißt, dass auch mit einem hohen Anteil an Erneuerbaren Energien ohne den Betrieb regelbarer Kraftwerke mit fossilen oder Kernbrennstoffen, eine ausreichende und sichere Energieversorgung unseres Industrielandes schlichtweg unmöglich ist. Alle Länder in unserer Nachbarschaft gehen diesen Weg. Jeder weitere Zubau von Windrädern und großflächigen Photovoltaikfeldern in Deutschland erzeugt nur noch einen stetig abnehmenden Nutzen, da bereits heute große Überschussmengen an unsere Nachbarländer zu niedrigen, oder gar negativen Preisen „entsorgt“ werden müssen. Speichertechnologien in der benötigten Größenordnung und zu akzeptablen Kosten sind noch für eine lange Zeit nicht realisierbar.

Den Vorträgen schloss sich eine Diskussion an, bei der technische Aussagen nachgefragt wurden aber auch Gegenpositionen geäußert wurden. Die wissenschaftliche Korrektheit der vorgetragenen
Aussagen wurden von anwesenden Professoren im Publikum ausdrücklich bestätigt. Von Seiten der Bürgerinitiativen wurde betont, dass man mit allen Bürgerinnen und Bürgern einen sachlichen und
unaufgeregten Austausch von Informationen und Gesichtspunkten sucht, was auch an diesem gelungenen Abend der Fall war.

Bei Interesse kann per Email an info@Umwelt-Energie-Gauting.de Kontakt zur Bürgerinitiative aufgenommen werden.

Gauting, 26.10.2023