Abb 6 9

Können wir „die Welt retten“?

Kann Deutschland die Welt retten?

(fih) Natürlich können wir die Welt aus Deutschland heraus nicht „retten“, auch wenn die Grünen das gerne glauben machen wollen (s. z.B. Diskussion um Wärmepumpen statt Gasheizungen).

Im Schaubild unten sind die globalen CO2-Emissionen seit 1990 im Vergleich zur Entwicklung der Emissionen in Deutschland dargestellt.

Gegenüber 1990 haben sich die globalen Emissionen bis 2020 um 53 % erhöht, bis 2022 sind sie sogar um 61 % angestiegen. Zugleich sind die CO2-Emissionen in Deutschland per 2020 um knapp 42 % zurückgegangen.

Die signifikante Reduzierung der deutschen CO2Emissionen um 520 Mio. t konnte die gleichzeitige Steigerung des weltweiten Ausstoßes nicht annähernd kompensieren. Der absolute Zuwachs der globalen Emissionen beläuft sich auf über 12.000 Mio. t. Das ist 23-mal mehr als die hierzulande erzielte Einsparung.

Abb 6 9

Abbildung 1: Globale CO2-Emissionen im Vergleich zu den Emissionen in Deutschland in der Entwicklung von 1990 bis 2022. Gegenüber 1990 haben sich die globalen Emissionen bis 2020 um 53 % erhöht, bis 2022 sind sie sogar um 61 % angestiegen. zugleich sind die CO2-Emissionen in Deutschland per 2020 um 41 % zurückgegangen. Der Vergleichswert für die EU-27 liegt bei -32 %.

Die Zahlen zeigen, dass es nahezu irrelevant ist, ob und ggf. welche CO2-Einsparungsbemühungen wir in Deutschland anstrengen. Damit soll die Verantwortung für die hiesigen Emissionen nicht abgeschoben werden. Es ist nur eine nüchterne Feststellung.

Klimaschutz – wenn man sich das Wort zu eigen machen will – geht nur global.

Wer das Klima schützen will, muss dafür sorgen, dass die weltweiten Emissionen sinken. Es geht also nur auf Basis einer globalen Perspektive. Nationale Optimierungen mögen das Gewissen von Politikern beruhigen, für das Weltklima bringen sie – wie die Kurvenverläufe in der Grafik zeigen – nahezu nichts. Das gilt auch für Maßnahmen der EU, die ihre Emissionen von 1990 bis 2020 um fast 1.600 Mio. t CO2 verringert hat. Auch dieser „Erfolg“ wurde vom Zuwachs des weltweiten Ausstoßes geschluckt und letztlich zunichtegemacht.

Die verschiedenen Klimaabkommen haben es evident nicht vermocht, eine Kehrtwende herbeizuführen. Bewirkt haben sie lediglich Hysterie und Panik in der Politik, in den Medien und in weiten Kreisen der westlichen Bevölkerung. Aus diesem Zustand heraus erwachsen vielfach symbolhafte Vorschläge zur Reduzierung des CO2-Ausstoßes, wie z.B. die Einführung eines Tempolimits auf deutschen Autobahnen, die am Ende allenfalls für ein gutes Gefühl bei den Protagonisten sorgen, ansonsten aber kaum etwas Messbares bewirken.

Der CO2-Ausstoß kann nur global reduziert werden. Andernfalls wird das Ziel verfehlt. Da 90% der Menschen nicht in den klassischen Industrienationen leben (und 99% nicht in Deutschland), ist klar, wo das Rennen entschieden wird. Dabei müssen auch die großen Potentiale der Dekarbonisierung durch Aufforstung und andere Arten der CO2-Speicherung konsequent ausgeschöpft werden.

Die Verantwortung Deutschlands beschränkt sich auf den deutschen CO2-Anteil, also knapp 2% bei mehr als 4% der globalen Wirtschaftsleistung. Und wenn wir anderen helfen wollen, dann müssen wir selbst wirtschaftlich leistungsfähig bleiben, sonst schaden wir den ausgegebenen Klimazielen.

Bürgerinitiativen Umwelt-Energie-Gauting und Gegenwind Würmtal