Wald

Die Wälder sind nicht irgendein Teil Deutschlands über den man nach Belieben verfügen kann. Man wird der Funktion der Wälder jedenfalls nicht gerecht, wenn man sie in Prozentanteilen der Landesfläche bemisst und Teilflächen in einem Akt technokratischer Opportunitätsentscheidung für die Installation von Windkraftanlagen missbraucht.

Das Ökosystem Wald ist für alle Lebewesen, uns Menschen ausdrücklich mit eingeschlossen, viel zu wichtig, als dass man es leichtfertig einer unausgegorenen und jedenfalls nicht zu Ende gedachten Energiewende mit noch ungewissem Ausgang opfern dürfte.

Schadstoffemissionen von den Rotorflügeln

Dass die Errichtung von Windkraftanlagen im Wald nicht gar so harmlos ist, wie viele aufgrund der einseitigen Berichterstattung in den Medien glauben, ergibt sich aus der nachfolgenden kurzen Betrachtung zum Mikroplastikabrieb an den Rotorblättern. Die Analyse ist keineswegs aus der Luft gegriffen. Sie geht im Kern auf ein Papier des wissenschaftlichen Dienstes des Deutschen Bundestags und auf Studien von Fraunhofer zurück.

Natürlich gibt es auch andere Quellen von Mikroplastikabrieb über die z.T. sehr viel größere Partikelmengen emittiert werden. Das kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Plastikabrieb von Windrädern im Wald eben genau dort entsteht, wo das natürliche Gleichgewicht des Ökosystems äußerst fragil und daher in besonderer Weise schützenswert ist.

Ueg Logo 3 100 MIKROPLASTIKABRIEB BEI WINDRÄDERN

Bemerkungen zum Rückbau von Windenergieanlagen

Über die während der Betriebszeit relevante Erosion hinaus, gibt es auch bezüglich des Rückbaus von Windenergieanlagen noch viele offene Fragen. Dabei geht es vor allem um die Rotorblätter mit ihrem komplexen Materialmix aus Glasfaserverstärkten Kunststoffen (GFK), Carbonfaserverstärkte Kunststoffen (CFK), Epoxidharz, Polyamid, Polyathylen, PVC, Lacken, Gummi, Aluminium, Stahl, Balsa, … bei einem Gesamtgewicht pro Rotorblatt von teilweise mehr als 10 Tonnen.

Die resultierenden Abfallmengen werden in einer Studie des Umweltbundesamts bis 2040 betreffend reinen GFK-haltigen Rotorblättern auf 326.000 – 430.000 Tonnen geschätzt. Dazu kommen noch 77.000 – 212.000 Tonnen Abfallmenge für faserverstärkte Kunststoffe aus Rotorblättern mit GFK- und CFK-Anteilen.

Das Recycling solcher Mengen stellt die Industrie vor große und derzeit noch nicht gelöste Herausforderungen.

Im Allgemeinen geht man für Windräder von einer Lebensdauer von 20 Jahren und teilweise auch darüber aus. Der beschränkende Faktor sind dabei vor allem die Rotoren. Derzeit sind in Deutschland ca. 17 % (oder knapp 5.000) der in Betrieb befindlichen Windenergieanlagen (WEA) 20 Jahre oder älter. Die durchschnittliche Lebensdauer der Rotoren von heute bereits außer Betrieb gestellten Windrädern lag indessen nur bei knapp 19 Jahren.

(Hieronymus Fischer)

Quelle

Studie: Umweltbundesamt – Rückbau von WEA, Recycling, Abfallmengen

Bürgerinitiativen Umwelt-Energie-Gauting und Gegenwind Würmtal