Hieronymus Fischer

hat Mathematik, Elektrotechnik und Informatik studiert und nach seinem Abschluss als Dipl.-Math. in reiner Mathematik promoviert (Dr. rer. nat.).

Sein Berufsleben begann er im Umfeld Industrieautomation (Prozesssteuerung). Im Anschluss daran war er viele Jahre in der Luft- und Raumfahrtindustrie tätig und wechselte später in die Automobilindustrie, wo er in leitender Funktion für die Entwicklung von innovativen Systemkonzepten verantwortlich war. Dabei befasste er sich insbesondere mit Systemanalyse, mathematischer Modellbildung und dem Management komplexer Systeme.

Er ist Innovationspreisträger für Komplexitätsmanagement und für Energiemanagement. Ein von ihm geleitetes Innovationsprojekt wurde vom Bundesverband Innovationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (BitKom) mit dem Embedded Systems Innovation Award ausgezeichnet.

Im Rahmen seiner Tätigkeit hat er zahlreiche Fachartikel publiziert und war Sprecher auf vielen nationalen und internationalen Fachtagungen.

In der Bürgerinitiative befasst er sich mit dem Fokus auf die Fragestellungen der Energiewende vorrangig mit Systemanalysen und Modellrechnungen zum Energiemix, zum Speicherbedarf, zu den Kostenszenarien und zur Wirtschaftlichkeit. Daneben ist er auch zuständig für die Website.

Zur Windstromproduktion hat er eine absolut nüchterne Beziehung: Neben der Photovoltaik und den (leider weitgehend fehlenden und extrem teuren) Speichermöglichkeiten können Windenergieanlagen einen Beitrag zur Energiewende leisten, vorausgesetzt, sie werden dort aufgestellt, wo die Erträge hoch sind und die Beeinträchtigungen für Mensch und Umwelt klein bleiben. 

Effiziente, am richtigen Ort platzierte Windräder sind also potentiell ein echter Mehrwert. In Schwachwindgebieten und zudem im Wald machen Windräder allerdings keinen Sinn: Dort ist das Kosten-Nutzen-Verhältnis zum Schaden von Mensch und Natur viel zu ungünstig. Der Aufwand ist hoch, und dennoch entsteht ohne große und sehr teure Speicher keine verlässliche Energieversorgung. Noch nicht einmal die von Kommunalpolitikern gerne in Aussicht gestellte „Autarkie“ kann die Energiesicherheit auch nur annähernd gewährleisten. Solche Versprechen ignorieren die physikalischen Gesetzmäßigkeiten und gehören daher in das Reich der Fabel.

Man muss sich klarmachen, dass allein die beiden im April 2023 abgeschalteten bayrischen Kernkraftwerke Isar 2 und Gundremmingen soviel Strom produziert haben, wie 2000 große Windkraftanlagen. Und dies im Gegensatz zur Windstromproduktion jederzeit verlässlich mit einem Maximum an Versorgungssicherheit. Egal, wie man zur Kernkraft stehen mag, war es eine energiepolitische Torheit ersten Ranges, die sicher und zuverlässig laufende Atomstromproduktion abzuschalten zu einem Zeitpunkt, als der adäquate Ersatz dafür noch nicht einmal geplant war, geschweige denn vor der konkreten Umsetzung stand.

Die Konsequenzen aus dieser energiepolitischen Fehlentscheidung müssen die Bürger im Freistaat tragen, indem man nun sogar in ausgewiesenen Schwachwindgebieten die Errichtung von Windkraftanlagen plant. Das ist etwa so, als würde man Solarmodule auf der Nordseite des Hauses installieren. Solche Schwachwind-Anlagen sind überhaupt nur annähernd wirtschaftlich – genauer, scheinbar wirtschaftlich – aufgrund der dafür aufgewendeten um 50 % erhöhten staatlichen Subventionen, die letztlich alle zahlen müssen. Das ist weder in der volkswirtschaftlichen noch in der energiepolitischen Perspektive sinnvoll. Auch dem „Klimaschutz“ ist damit nicht gedient, weil man mit den gleichen Investitionssummen andernorts und mit anderen Technologien viel mehr erreichen kann.

Email hieronymus.fischer@umwelt-energie-gauting.de

Bürgerinitiativen Umwelt-Energie-Gauting und Gegenwind Würmtal