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Starnberger Merkur vom 14.11.2025

Windkraft-Chance für Starnberger

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Starnberger Merkur vom 14.11.2025. ©Merkur

Kommentar

(fih) Windkraft-Chance für Starnberger – in dieser Überschrift fehlt das Fragezeichen. Treffender wäre es gewesen, hätte man an dieser Stelle „Chance“ durch „Risiko“ ersetzt. Denn Nachrangdarlehen für Windkraftprojekte sind vor allem hochriskante Finanzierungsinstrumente. Das Ausfallrisiko ist in dieser Anlageklasse deutlich höher als bei traditionellen Bankdarlehen und seriösen Unternehmensanleihen. Diese Anlageform ist ohne Wenn und Aber als spekulativ zu betrachten.

Der Hauptgrund dafür liegt in der Nachrangigkeit des Investments. Im Falle wirtschaftlicher Schwierigkeiten oder gar einer Insolvenz, werden Nachranggeber erst nach den Banken und anderen vorrangigen Darlehensgebern bedient. Oft ist in dieser Situation das Kapital bereits aufgebraucht. Das sollten die Geldgeber ins Kalkül ziehen und dann nur investieren, wenn sie hohe Risiken bis hin zum potenziellen Totalverlust tragen können.

Hierbei geht es keineswegs um ein bloß hypothetisches Szenario, denn die Windstromproduktion und damit die wirtschaftlichen Erträge sind abhängig vom volatilen Windaufkommen, zumal im Schwachwindgebiet Oberbayern. Deswegen erlaubt auch die Rückschau auf möglicherweise günstige Entwicklungen in der Vergangenheit keine sichere Prognose für zukünftig hohe Erträge. Davon abgesehen bringen komplexe technische Geräte immer das Risiko von Ausfällen sowie Wartungs- und Betriebskostensteigerungen mit sich. Auch die Marktpreisentwicklung ist letzten Endes unvorhersehbar. Das gilt umso mehr, als dass es sich hier um einen unter politischem Einfluss stehenden Markt handelt, der immer wieder regulatorischen Eingriffen ausgesetzt ist (s. z.B. Diskussion um das Referenzertragsmodell).

Die ausgelobten Subventionen mögen das Risiko ein Stück weit mindern. Man muss sich dabei aber klar machen, dass diese Subventionen Ausdruck einer vernunftwidrigen Energiepolitik sind, die die Stromkosten in die Höhe treibt, mit der Versorgungssicherheit ohne massive Zusatzaufwendungen in Speicher und Backupinfrastruktur nicht im Ansatz erreichbar ist und die zu allem Überfluss auch noch die Natur zerstört.


Querverweise:

Grafik Starnberger Merkur vom 29.08.2025

Grafik Starnberger Merkur vom 27.08.2025

Starnberger Merkur vom 29.08.2025

Furcht vor der Förder-Flaute

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Starnberger Merkur vom 29.08.2025. ©Merkur

Kommentar

(fih) Nein, vor der Förder-Flaute müssen sich die Bürger nicht fürchten. Die Sorgenfalten bilden sich aber bei jenen, die gerne an den Subventionen verdienen würden, denn bei einem Ende des Referenzertragsmodells müssen sie ihre schöne, auf Kosten des Steuerzahlers garantierte Rendite buchstäblich „in den Wind schreiben“.

Normalerweise wird die Regierung kritisiert, wenn sie unwirtschaftlich handelt und das Geld der Steuerzahler verschleudert. Letzteres hat die Ampelregierung mit den Subventionen für Windräder an Schwachwindstandorten ausgiebig getan. Sie hat damit Anreize gesetzt, Windkraftanlagen auch dort zu bauen, wo sie mangels wirtschaftlicher Erträge ansonsten nie errichtet werden würden. Kommunal- und Landkreispolitiker haben das Angebot – offenbar nach dem Prinzip, „das Geld anderer Leute ist uns stets willkommen“ – gerne aufgegriffen. Vize-Landrat Bußjäger dreht den Spieß gar um und setzt noch einen drauf: Er kritisiert Berlin nun dafür, dass man sich dort besinnt und die Praxis der unwirtschaftlichen Schwachwind-Subventionen auf den Prüfstand stellt, was man als Staatsbürger und Steuerzahler bei vernünftigem Ermessen nur begrüßen kann.

Das Referenzertragsmodell ist der Eckpfeiler einer vernunftwidrigen Energiepolitik, die ohne Subventionen nicht funktioniert, die die Stromkosten in die Höhe treibt, mit der Versorgungssicherheit ohne massive Zusatzaufwendungen in Speicher und Backupinfrastruktur nicht im Ansatz erreichbar ist und die zu allem Überfluss auch noch den Wald gefährdet und die einzigartige Landschaft Oberbayerns in ihrem Gesamtbild zerstört.

Nochmals in aller Klarheit zusammengefasst: Die Energiewende wird nur dann gelingen, wenn dabei insbesondere Versorgungssicherheit und Kosteneffizienz im Zentrum stehen und der resultierende Energiepreis für Wirtschaft und Verbraucher bezahlbar bleibt. Subventionen für Schwachwind sind mit den Zielen einer rational zu Ende gedachten Energiewende nicht vereinbar, weil damit die Gesamtkosten nach oben getrieben werden und dennoch nicht die nötige sichere Stromversorgung erreicht wird.


Querverweise:

Grafik Die Lehren aus dem gescheiterten Gautinger Windkraftprojekt
(Link auf den Offenen Brief an die Gemeinde)

Starnberger Merkur vom 27.08.2025

Windräder in Gefahr?

Sta Merkur 2025 08
Starnberger Merkur vom 27.08.2025. ©Merkur

Kommentar

(fih) Nein, nicht Windräder sind in Gefahr, der Wald und die einzigartige Landschaft Oberbayerns sind bedroht. Sie werden bedroht durch eine vernunftwidrige Energiepolitik, die ohne Subventionen nicht funktioniert, die die Stromkosten in die Höhe treibt, mit der Versorgungssicherheit ohne massive Zusatzaufwendungen in Speicher und Backupinfrastruktur nicht im Ansatz erreichbar ist und die zu allem Überfluss auch noch die Natur zerstört.

Normalerweise wird die Regierung kritisiert, wenn sie unwirtschaftlich handelt und das Geld der Steuerzahler verschleudert. Letzteres hat die Ampelregierung mit den Subventionen für Windräder an Schwachwindstandorten ausgiebig getan. Sie hat damit Anreize gesetzt, WKA auch dort zu bauen, wo sie mangels wirtschaftlicher Erträge ansonsten nie errichtet werden würden. Kommunal- und Landkreispolitiker haben das Angebot – offenbar nach dem Prinzip, „das Geld anderer Leute ist uns stets willkommen“ – gerne aufgegriffen. Vize-Landrat Bußjäger setzt noch einen drauf und kritisiert Berlin nun dafür, dass man sich dort besinnt und die Praxis der unwirtschaftlichen Schwachwind-Subventionen auf den Prüfstand stellt, was man bei vernünftigem Ermessen nur begrüßen kann.

Die Energiewende wird nur dann gelingen, wenn dabei insbesondere Versorgungssicherheit und Kosteneffizienz im Zentrum stehen und der resultierende Energiepreis für Wirtschaft und Verbraucher bezahlbar bleibt. Subventionen für Schwachwind sind mit diesen Zielen nicht vereinbar, weil damit die Gesamtkosten nach oben getrieben werden und dennoch nicht die nötige sichere Stromversorgung erreicht wird.

Die von Herr Bußjäger geäußerte Vermutung, die AfD würde von der Verunsicherung bezüglich des möglichen Endes der widersinnigen Schwachwind-Subventionen profitieren, darf man getrost ins Reich der Fabel verweisen. Das Gegenteil ist richtig, da die AfD – leider als einzige Partei – für eine wirtschafts- und verbraucherfreundliche Energiepolitik mit Bodenhaftung eintritt und daher die Subventionen für die oberbayrischen Schwachwindstandorte konsequent ablehnt. Tatsächlich besteht die Verunsicherung wohl bei jenen, die gerne an den Subventionen verdienen würden und die nun Sorge haben, dass sie bei einem Ende des Referenzertragsmodells ihre schöne, auf Kosten des Steuerzahlers garantierte Rendite buchstäblich „in den Wind schreiben“ müssen.


Querverweise:

Grafik Die Lehren aus dem gescheiterten Gautinger Windkraftprojekt
(Link auf den Offenen Brief an die Gemeinde)